Eine Chance auch für Kinder mit schweren Behinderungen
Schulbehörde will Verbände und Eltern an der Umsetzung des Schulgesetzes beteiligen
"Praxis, Politik und gemeinsame Pläne“, hieß es gestern bei Leben mit Behinderung Hamburg am Südring. Über 350 Eltern und Pädagogen waren gekommen, um neuste Entwicklungen in der Schulreform im Hinblick auf die Integration behinderter Kinder vom Referenten, Staatsrat Ulrich Vieluf, zu erfahren. Im Zentrum stand die Umsetzung des §12 des neuen Schulgesetzes, der behinderten Kindern ein Recht auf den Besuch einer Regelschule garantiert.
Organisatoren der Veranstaltung waren neben Leben mit Behinderung Hamburg die Elternkammer Hamburg, der Grundschulverband und die Landesarbeits-gemeinschaft Eltern für Integration.
Staatsrat Vieluf betonte, dass die Behörde die Integration aller behinderten Kinder an Regelschulen voranbringen möchte und sagte den Anwesenden zu, das Rahmenkonzept im Dialog mit den Verbänden und Elternvertretern zu entwickeln. "Wir begrüßen das Angebot des Staatsrats, uns in die Gestaltung der Rahmenbedingen mit einzubeziehen", sagt Martin Eckert, Geschäftsführer von Leben mit Behinderung Hamburg. "Wir werden uns darauf konzentrieren, dass auch Kinder mit mehrfachen und komplexen Behinderungen eine Chance zum gemeinsamen Lernen an Regelschulen erhalten."
Wie gemeinsames Lernen auch für Kinder mit komplexen Behinderungen in der Praxis aussehen kann, hatten zuvor Sabine Koller-Hesse und Hedwig Matt von der Heinrich-Zille-Grundschule in Berlin in einem Vortrag erläutert. Dort arbeiten Grundschul- und Sonderschullehrer gemeinsam an einer Schule. Das gemeinsame Lernen der Kinder basiert auf klassenübergreifenden Unterricht, der mit Wochenplänen gestaltet wird. Die Hamburger Eltern und Pädagogen erhielten neue Einblicke in die Integration, insbesondere von Kindern mit schweren und mehrfachen Behinderungen.
"Das große Interesse der Eltern und Pädagogen an unserer Veranstaltung zeigt, dass das neue Schulgesetz eine wichtige Grundlage zur Integration von behinderten Kindern in der Regelschule ist", so Martin Eckert weiter. "Unsere Aufgabe ist es jetzt, uns aktiv in die Umsetzung einzubringen."
Kontakt
Leben mit Behinderung Hamburg
Öffentlichkeitsarbeit
Stefanie Könnecke
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