Wir brauchen jetzt intelligente Lösungen
Sparmaßnahmen im Sozialetat betreffen auch Eltern behinderter Kinder
Der Verein Leben mit Behinderung Hamburg fordert nachhaltige Lösungen und verlässliche Regelungen bei der Tagesbetreuung von behinderten Kindern. Insbesondere bei den Kita-Gebühren und der Hortbetreuung kommen im Zuge der Haushaltskonsolidierungen Einschnitte auf die Familien zu. „Wir brauchen jetzt intelligente Lösungen, um die Sparmaßnahmen nicht auf den Schultern einzelner Eltern abzuladen“, sagt Martin Eckert, Geschäftsführer von Leben mit Behinderung Hamburg, einem Zusammenschluss von rund 1600 Familien mit einem behinderten Angehörigen.
Die in der Presse diskutierte Staffelung der Kita-Gebühren trifft auch die Eltern von Behinderten Kindern. „Hier wird gleich gemacht, was nicht gleich ist“, so Martin Eckert weiter. „Wir befürchten, dass die ohnehin schon stark belasteten Familien ihre Kinder nun verstärkt aus den Kitas abmelden werden.“
Doch viel nachhaltiger sind berufstätige Eltern behinderter Kinder von der angekündigten Absenkung des Alters für die Hortbetreuung betroffen. Im Konsolidierungspapier der Behörde heißt es, dass die Hort-Betreuung von Kindern zukünftig nur noch bis zum zwölften Lebensjahr und nicht mehr bis zum Alter von 14 Jahren angeboten werden soll. „Schon die bisherige Altergrenze bis zum 14. Lebensjahr schließt Jugendliche, die wegen ihrer Behinderung auch nicht stundenweise ohne Aufsicht bleiben können, aus“, erläutert Martin Eckert. „Eine Absenkung der Altersgrenze auf das zwölfte Lebensjahr ist in unseren Augen kritisch und stellt für Eltern mit behinderten Kindern ein großes Problem dar.“
Kinder und Jugendliche mit Behinderung sind vor allen Dingen in den Ferien von der Hort-Betreuung betroffen. Die Dauer der Schulferien überschreitet im allgemeinen den Urlaubsanspruch berufstätiger Eltern. Insbesondere Eltern von behinderten Kindern, die eine spezielle Betreuung brauchen, haben in den Schulferien große Probleme, eine qualifizierte Betreuung für ihre Kinder zu finden. Vor diesem Hintergrund hat Leben mit Behinderung Hamburg 2007 den Ferienhort für behinderte Kinder eingerichtet. In den diesjährigen Schulferien werden rund 200 Kinder den Ferienhort besuchen. „Im Jahr 2008 konnten wir nur mittels einer Petition an die Bürgerschaft erreichen, dass damals eine noch kleine Anzahl von ‚14+ Kindern’ in die Hort-Betreuung aufgenommen werden konnte“, berichtet Martin Eckert. „Wird die Altersgrenze für die Hort-Betreuung auf zwölf Jahre abgesenkt, müssten wir für ca. 50 Kinder eine Lösung neben dem geltenden Kinderbetreuungsgesetz finden. Wir erwarten von den Verantwortlichen in der Sozialbehörde eine nachhaltige, verlässliche Regelung für die Betreuung behinderter Kinder.“
25. März 2010
